Was ist nur im Bistro Kochgenuss los?

“Denn was neu ist, wird alt, und was gestern noch galt,
stimmt schon heut oder morgen nicht mehr”

Diese Strophe aus “Heute hier, morgen dort” von Hannes Wader ist wohl Lebenserfahrung pur und passt einmal mehr in unsere Zeit.  Vor allem aber passt es auf das Bistro Kochgenuss Hamburg (in Norderstedt), seit über einem Jahr Garant für unsere nahrhafte Mittagspause. Wie bei vielen Dingen ist das aber so eine Sache mit der “Garantie”.  Nach zwei Jahren ist die in der Regel abgelaufen und dann steht man da und guckt das kaputte Ding nur noch mit verwunderten Augen an.

So erging es uns zum Jahreswechsel dann auch mit unserem Lieblingsbistro. Plötzlich wurden die Öffnungszeiten verändert, das Angebot an Gerichten wurde zusammengetrichen und auf der Internetseite, auf der wir immer die Mittagskarte studierten, gab es statt der aktuellen Karte nur einen Hinweis, dass die Seite bis zu endgültigen Klärung der Besitzverhältnisse nicht Funktionsfähig sein wird. Nichtsahnend besuchten wir das Kochgenuss um den Löwen in unseren Bäuchen zu füttern und um zu schauen, was denn los ist. Claus, der Mitinhaber, begrüßte uns mit den Worten: “Ich hab nur ne Currwurscht für Euch”. Ja nee, is klarrrrr. Wenn ich zum Imbiss will, warte ich bis Freitag. Von der charmant lächelnden Yvonne und den Köchen Andre & Phillip keine Spur. Statt dessen stand eine uns unbekannte Servicekraft hinter dem Thresen.   

Eine galante 180 Grad Drehung, 3 Schritte vorwärts und dann ganz schnell weg, so unsere Reaktion. Ohne es groß zu hinterfragen waren wir uns  einig darüber, dass dies nur eines heißen konnte: Die Garantie muß abgelaufen sein und nu geht das Ding kaputt. “Kochgenuss ohne Koch ist auch kein Genuss mehr”, waren Lars seine Worte und ich muß ihm da Recht geben. Wenn ich eine Bulette in einer marktschreierischen Atmosphäre, mit deftigen Sprüchen - quer über alle Tische – essen möchte, dann wäre der Fischmarkt in Hamburg die bessere Wahl. In meiner Mitttagspause möchte ich aber in Ruhe und etwas “nahrhaftes” essen.  Das geht am bestem mit Speisen vom Koch meines vertrauens.  Der Marktschreier ist eine – temporär - belustigende Sache, aber prioritär eher ganz unten angesiedelt, wenn nicht sogar “hyperliquid”.

Nach ein paar Wochen des Studiums, über den Minimalismus von Speisekarten im Gutenbergring, haben wir nun gut trainierte Bauchmuskeln und sind um viele Dosengerichte schlauer.  Von den Spatzen, die sich bei uns im Gewerbegebiet zahlreich tummeln, hört man auch so das eine oder andere Geträller. Auslaufmodell und Abwrackprämie sind wohl noch die harmloseren Begriffe, die man aus dem Gezwitscher heraushört. Einige Exemplare pfiffen auf unserem Dach ganz besonders laut, die versteht man besser. Ich glaube das hatte was mit der englischen Übersetzung der “Briefmarke” und der deutschen Übersetzung von “lying” zu tun, konnte es aber dann doch nicht deutlich genug verstehen. Nebenbei wurde mir gesagt, dass ein Besuch der Seite www.insolvenzbekanntmachungen.de mir den Tag versüssen würde, wenn ich die “Briefmarke” richtig einklebe. 

Was die wohl gemeint haben?  Ich werd mir das mal anschauen! 

*Fortsetzung folgt*

Einen Kommentar schreiben

 

 

 

Diese HTML-Tags können verwendet werden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>